Anlass für den Brief seien die bisherigen Ergebnisse des Schiedsverfahrens, melden die vier maßgeblichen Verbände. Kritisiert wird insbesondere die mangelnde Umsetzung des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG).

[tb] Die Umsetzung der Vorgaben des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) für den Bereich der Physiotherapie und die bisherigen Ergebnisse des aktuellen Schiedsverfahrens bewerten die vier maßgeblichen Physiotherapieverbände als unzureichend. Nach Auffassung der Akteure folge die Entwicklung des Heilmittelbereichs nicht der vom Gesetzgeber vorgesehenen Richtung. Gleichzeitig seien die bisherigen Angebote des GKV-Spitzenverbandes zur dringend notwendigen Anhebung der Vergütung und zur neuen Leistungsbeschreibung nicht ausreichend, um die Patientenversorgung und die Arbeitsbedingungen im Heilmittelbereich ausreichend zu verbessern.

Deshalb hätten sich die Verbände neben ihren Anträgen im Rahmen des zweiten Schiedsverfahrens in einem offenen Brief an den Bundesgesundheitsminister und den Ausschuss für Gesundheit gewandt.

Die Forderungen sind eindeutig:

  • Die rechtmäßige Umsetzung des TSVG würde eine adäquate Anpassung der Vergütung der Leistungen vorsehen, die die Kosten einer wirtschaftlichen Praxisführung deckt und Gehälter der Beschäftigten in Anlehnung an den TVöD ermöglicht. Da die bisherige Preisfindung höchst unterschiedliche Bewertungen durch die Physiotherapieverbände und die Krankenkassen gezeigt hätte, sei mittelfristig eine Bewertung der Vergütungssituation im Bereich der Physiotherapie zur Ermittlung eines wirtschaftlich angemessenen Minutenpreises durch ein weiteres neutrales Gutachten nötig.
  • Außerdem müsse die bereits konsentierte, aber zurückgezogene neue Leistungsbeschreibung mit den darin angelegten deutlichen Verbesserungen für die Patientenversorgung und für die Arbeitsbedingungen umgesetzt werden. Dies könne aus Sicht der PT-Verbände nur mit einer angemessenen Gegenfinanzierung der ausgeweiteten Behandlungs- und Dokumentationszeiten funktionieren.

Den offenen Brief können Interessierte hier einsehen.

Quellen: IFK, Physio Deutschland, VDB, VPT

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