Die vier maßgeblichen Verbände treffen sich erneut mit dem GKV-Spitzenverband vor der Schiedsstelle, erklären die Akteure in einer aktuellen Meldung.

[tb] Trotz der Festlegung einzelner Kriterien zur Preisberechnung durch den Schiedsspruch sei in den zwischenzeitlichen Verhandlungen keine Einigung über eine angemessene Vergütung und eine angepasste Leistungsbeschreibung erzielt worde, erklären die beteiligten Verbände in einer neuen Meldung. Deshalb sei im Mai die Schiedsstelle erneut angerufen worden.

Die Physiotherapieverbände und der GKV-Spitzenverband haben mittlerweile ihre jeweiligen Forderungen in Form von Anträgen und Stellungnahmen eingereicht, so die Verantwortlichen. Während der GKV-Spitzenverband im Kern die Beibehaltung der aktuellen Leistungsbeschreibung der Rahmenempfehlungen und eine Anpassung der Vergütung in Höhe von circa 2,9 Prozent fordere, hätten die Verbände folgende Forderungen: längere und flexiblere Behandlungszeiten bei den Positionen KG und Manuelle Therapie sowie ein Stufenmodell, das in der ersten Stufe eine Anpassung der Vergütung in Höhe von 25 Prozent vorsieht.

Nächster Termin im Juli

Nun gibt es am 13. Juli 2021 den nächsten Verhandlungstermin. Für die maßgeblichen Verbände sei das Ziel klar: Im Ergebnis müsse es eine deutliche Steigerung der Vergütung geben, damit Praxisinhaber und Mitarbeiter ein angemessenes Einkommen erhalten. Außerdem seien flexiblere und längere Behandlungszeiten für eine individuell auf das Krankheitsbild des Patienten zugeschnittene Behandlung und daher eine Anpassung der bereits 25 Jahre alten Leistungsbeschreibung nötig.

Eine neue Leistungsbeschreibung sei zwar im letzten Verfahren zunächst konsentiert gewesen, allerdings seien die Krankenkassen zu keiner ausreichenden Gegenfinanzierung der damit verbundenen Erhöhung der Mindesttherapiezeiten bereit gewesen. Da die maßgeblichen Verbände nicht verantworten konnten, dass längere Behandlungszeiten zu geringeren Minutenpreisen führen, sei der Antrag auf Festsetzung einer neuen Leistungsbeschreibung notgedrungen kurzfristig im Schiedsverfahren zurückgezogen worden.

Der Weg bleibt mühsam

Im aktuellen Schiedsverfahren stünden lediglich die Anlagen Leistungsbeschreibung und Vergütung zur Verhandlung, heißt es in der Meldung. Aus Sicht der Verbände hätten die bereits konsentierten beziehungsweise geschiedsten Teile des Bundesrahmenvertrages bereits zum 1. April 2021 in Kraft treten können. Der GKV-Spitzenverband hätte sich dem jedoch verweigerte.

Die Verbände teilen den zunehmenden Unmut der Branche über diese unnötige Verzögerung und haben sich nach Klärung des juristischen Sachverhalts, in dieser Frage bereits an den Vorsitzenden der Schiedsstelle gewandt. Die dringend notwendigen Verbesserungen für Praxen und die Beschäftigten in den physikalischen Berufen müsse schnell umgesetzt werden.

Welche Position vertreten die Verbände im Schiedsverfahren?

Die Krankenkassen sind aufgefordert, ihrem gesetzlichen Versorgungsauftrag gerecht zu werden. Eine angemessene Vergütung in der Physiotherapie muss entsprechend finanziert und der Bundesrahmenvertrag mit den vereinbarten Anlagen zeitnah in Kraft treten. Eine flächendeckende qualitativ hochwertige Patientenversorgung sei nur dann gewährleistet, wenn die Arbeitsbedingungen in der Physiotherapie deutlich verbessert und die Gehälter auf ein konkurrenzfähiges Niveau angehoben werden. Ansonsten werde sich der Fachkräftemangel und damit der Versorgungsengpass in der Physiotherapie weiter verschärfen.

Über das neue Schiedsverfahren möchten die Verbände weiter berichten.

Quelle: IFK, Physio Deutschland, VDB, VPT

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