Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte die Corona-Sonderreglungen letzte Woche bis zum 30. September 2021 verlängert. Die Kassen lassen in dem Zusammenhang allerdings auf ich warten. Trotz konkreter Nachfrage von Physio Deutschland gibt es noch keine pandemiebedingte Verlängerung ihrer Empfehlung.

[tb] Der Verband informiert in einer aktuellen Meldung zum Umgang mit nicht richtlinien-konform ausgestellten Verordnungen.

Für Verordnungen, die nach dem 1. Januar 2021 vom Arzt oder der Ärztin nicht richtlinien-konform ausgestellt worden seien, würden bislang noch bürokratische Erleichterungen gelten, erklärt der Verband. So würden die noch bis zum 31. März gültigen Empfehlungen der Kassen regeln, dass bis auf drei Kriterien die Einhaltung der Anforderungen zur Änderung von Heilmittelverordnungen gemäß der Anlage 3 zur Heilmittel-Richtlinie sowie die Einhaltung der vertraglichen Vorgaben hinsichtlich der Korrekturmöglichkeiten, von den Kassen nicht geprüft werden sollen.

Davon ausgenommen seien laut aktuellen Empfehlungen nur die Angaben zur „Art des Heilmittels“, zum „Hausbesuch“ und die „Verordnungsmenge“. Diese drei Punkte sind in jedem Fall durch den Arzt zu ändern.

Verlängerung der Regelungen gefordert

Aktuell laufe die Möglichkeit der selbständigen Korrektur fehlerhafter Verordnungen, wie oben beschrieben, zum 31. März für Verordnungen mit Ausstellungsdatum ab dem 1. April aus. Der Verband habe konkret beim GKV-Spitzenverband nachgefragt und analog der Sonderregelungen des G-BA eine Verlängerung bis mindestens zum 30. September 2021 gefordert. „Es ist nicht nachzuvollziehen, warum sich die Kassen mit einer positiven Rückmeldung zur Verlängerung der selbständigen Korrekturmöglichkeiten unter den gegebenen Pandemiebedingungen scheinbar so schwertun. Es wird derzeit alles unternommen, um die Zahl der Kontakte auf das Nötigste zu reduzieren. Während für eine Krankschreibung ein Anruf in der Arztpraxis reicht, muss der Therapeut den Patienten ab dem 1. April wieder wegen falscher/fehlerhafter formaler Angaben auf der Verordnung zurück in die Arztpraxis schicken“, erklärt Thorsten Vogtländer, Geschäftsführer von Physio Deutschland.

Der Verband erklärt, weiter an diesem Thema dranzubleiben. Das gleiche gelte für die Verlängerung der Hygienepauschale über den 31. März 2021 hinaus. Für diese Ausweitung der Corona-Sonderleistung ist das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) verantwortlich. Auch hier habe der Verband nachgefragt.

Aktualisierung

Physio Deutschland weist darauf hin, dass den Verband mittlerweile der Referentenentwurf für die Dritte Verordnung zur Änderung der COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung erreicht hätte. Das Bundesministerium für Gesundheit plane die Verlängerung der Hygienepauschale bis zur Feststellung der Aufhebung der epidemische Lage von nationaler Tragweite, heißt es in der Meldung.

„Das Zögern seitens der Kassen und auch die noch ausstehende Umsetzung des BMG zur Verlängerung der Hygienepauschaule ist aus Sicht der Physiotherapiepraxen nicht nachvollziehbar und sorgt unnötig für Unsicherheit in den Praxen“, betont Thorsten Vogtländer. Hier müsse schnell Klarheit her!

Quelle: Physio Deutschland

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