Aufgrund der Coronapandemie gelten auch für das Entlassmanagement angepasste Rahmenbedingungen. Physio Deutschland fasst die aktuell geltenden Regelungen zusammen.

[tb] In einer aktuellen Meldung informiert der Verband über die aktuelle Fristen und Verordnungen im Zusammenhang mit dem Entlassmanagement.

Im Bereich des Entlassmanagements werde die 7-Kalendertage-Frist aufgrund der Corona-Pandemie auf eine 14-Kalendertage-Frist sowie die 12-Kalender-Tage-Frist auf eine 21-Kalendertage-Frist erweitert. Diese Regelung lasse sich so in den aktuellen Empfehlungen der Krankenkassen finden.

Das bedeutet konkret:

  • der Verordnungszeitraum beträgt maximal 14 Tage (anstatt sonst 7 Tagen).
  • die Behandlung muss innerhalb von 14 Kalendertagen nach Entlassung begonnen werden
  • die Behandlung muss innerhalb von 21 Kalendertagen nach Entlassung abgeschlossen sein

Es gebe drei Merkmale, anhand derer man eine Verordnung im Rahmen des Entlassmanagements erkennen könne, erklärt der Verband weiter:

  • die Verordnung enthält im Personalienfeld quergedruckt die Sonderkennzeichnung „Entlassmanagement“
  • im Personalienfeld steht im Feld Status an der letzten Stelle das einstellige Kennzeichen „4“
  • auf der Verordnung ist ein Entlassdatum angegeben

Krankenhäuser seien seit dem 01. Oktober 2017 gesetzlich verpflichtet, die Anschlussbehandlung eines Patienten mithilfe des Entlassmanagements proaktiv vorzubereiten. Dazu sei es notwendig, dass die Patienten vom Krankenhaus entsprechend beraten und informiert würden sowie in das Entlassmanagement schriftlich eigewilligt hätten. Die offiziellen Informationen aus dem Bundesministerium für Gesundheit gibt es hier. Die freie Therapeutenwahl sei davon nicht betroffen. Der Patient könne mit der Verordnung zu einem Therapeuten seiner Wahl gehen.

Aufgrund der aktuellen Pandemie und möglicher Wartezeiten in den Physiotherapiepraxen müsse eine zeitnahe Anschlussbehandlung im Rahmen des Entlassmanagements noch frühzeitiger  geplant werden als unter normalen Bedingungen – also nicht erst am Entlasstag des Patienten. Nur dann bestünde die Chance, dass die Behandlung nach einem stationären Aufenthalt möglichst nahtlos fortgesetzt werden könne, so wie es der Gesetzgeber vorsehe.

Quelle: Physio Deutschland

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