Die Verbände melden, dass die neuen Empfehlungen der Kostenträger ab dem 1. Januar 2021 gelten. Diese beinhalten unter anderem Informationen zu Hygienepauschale, Beginn- und Unterbrechungsfristen, Genehmigungsverfahren, Videotherapie, Entlassmanagement und fehlerhafte Verordnungen.

[tb] Die Verbände Physio DeutschlandIFK und VPT melden Neuigkeiten zu den geltenden Regelungen ab dem 1. Januar 2021. Die neuen Empfehlungen würden die gesetzliche Regelungen, Regelungen, die sich durch das Inkrafttreten der neuen Heilmittel-Richtlinien (Ärzte und Zahnärzte) ab dem 1. Januar 2021 ergeben sowie Sonderregelungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie zusammenfassen, so die Info. Die vorliegenden Empfehlungen würden ausschließlich für noch nicht abgerechnete Verordnungen gelten.

Videotherapie

Nach Informationen von Physio Deutschland hätten die Kostenträger in ihren Empfehlungen den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) übernommen, der die Videotherapie mindestens bis 31. Januar 2021 erlaube. Aktuell sei ein Stellungnahmeverfahren im Gang, um die Laufzeit der Videotherapie bis zum 31. März 2021 zu verlängern.

Prüfpflicht

Bis zum Verordnungsdatum 31. Dezember 2020 könnten Physiotherapiepraxen Korrekturen bei nicht richtlinienkonform ausgestellten Verordnungen selbst vornehmen, heißt es in der Meldung. Es bedürfe hierzu keiner Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin. Für Verordnungen, die ab dem 01. Januar 2021 ausgestellt worden seien, würden die Kostenträger empfehlen, die Prüfung, ob die Anforderungen zur Änderung von Verordnungen, die in der Anlage 3 der neuen Heilmittel-Richtlinie gesetzlich geregelt sind, alle erfolgt sind, auszusetzen. Die Empfehlungen würden auf die Gültigkeit der jeweils vertraglich vereinbarten Korrekturzeitpunkte verweisen. Das Originaldokument mit allen Empfehlungen steht zum Download zur Verfügung (Stand 14. Dezember 2020).

Neue Heilmittel-Richtlinien treten in Kraft und entfristen Regelungen

Bisher aufgrund der Pandemie befristete Maßnahmen zur Verringerung des bürokratischen Aufwands in den Praxen würden nun durch das Inkrafttreten der Heilmittel-Richtlinien für Ärzte und Zahnärzte ab dem 1. Januar 2021 unbefristet gelten, erklärt Physio Deutschland.

Ab 01. Januar 2021 erhöhe sich die Frist des Behandlungsbeginn nun grundsätzlich auf 28 Tage. Eine Ausnahme bestünde nur dann, wenn der Arzt einen dringlichen Behandlungsbeginn verordne.

Außerdem würden ab dem 1. Januar 2021 die Genehmigungsverfahren für Verordnungen außerhalb des Regelfalls endgültig für alle Kassen entfallen.

Die 12-Wochenfrst sei ab dem 1. Januar 2021 nur für die Bemessung der Verordnungsmenge pro Verordnung relevant. Sie regele nicht die Gültigkeit der Verordnung.

Neue Heilmittel-Richtlinien – Übergangsregelung zum Jahreswechsel

Vor dem 1. Januar 2021 ausgestellte Heilmittelverordnungen würden auch über den 1. Januar 2021 hinaus ihre Gültigkeit behalten. Somit könnten im Jahr 2020 verordnete Therapien auch nach dem 31. Dezember 2020 durchgeführt werden. So würde es § 13 b „Übergangsregelung“ der Heilmittel-Richtlinie vorsehen, erklärt Physio Deutschland.

Verordnungen, die ab dem 1. Januar 2021 ausgestellt werden, würden dann als neuer Verordnungsfall nach § 7 der neuen Heilmittel-Richtlinie gelten. Die bisherige Zählung der Verordnungsmengen der Regelfallsystematik würde ab diesem Zeitpunkt nicht fortgeführt.

Die aktuellen Empfehlungen fassen nach Einschätzung von Physio Deutschland lediglich bereits bestehende Vereinbarungen zusammen und gehen nicht auf die aktuelle Lage in der therapeutischen Versorgung unter Pandemie- und Lockdownbestimmungen ein. Dies sei zu kurz gedacht und würde die Patientenversorgung in den nächsten Wochen unnötigerweise erschweren.

Der IFK plant, die neuen Regelungen zeitnah in das Merkblatt „Coronavirus – Informationen für Praxisinhaber“ (M26) aufzunehmen.

 

Quellen: Physio DeutschlandIFKVPT

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