Homeoffice ist die „neue Normalität“. Dementsprechend müssen Unternehmen umdenken und das BGM sollte in Zukunft auch die Arbeit am Schreibtisch zuhause berücksichtigen. Vor allem die Generationen X und Y legen mehr Wert auf Unterstützung für einen produktiven und gesunden Arbeitsalltag zuhause.

[jr] Laut den Ergebnissen der Studie „gesundes Homeoffice“, an der mehr als 1.500 Arbeitnehmer teilnahmen, wünscht sich jeder vierte der 18- bis 24-Jährigen Schulungen in Bezug auf Ernährung, gesunde Sitzhaltung und Bewegung im Homeoffice. Die Studie wurde im Zuge der Corona-Krise von der mhplus Krankenkasse und der SDK Süddeutsche Krankenversicherung durchgeführt.

Jüngere wünschen sich Unterstützung

„Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) darf den Blick nicht länger nur nach innen richten. Denn damit Arbeitnehmer auch in den eigenen vier Wänden langfristig gut und vor allem gesund arbeiten, sollten sie bestmöglich unterstützt werden“, sagt Oliver Schwab, Leiter Firmenvertrieb bei der Süddeutschen Krankenversicherung (SDK). Noch klarer sind die Ergebnisse bei Fragen zu Schulungen in Bezug auf Zeitmanagement und Arbeitsplanung. Fast ein Drittel der Jüngeren wünscht sich hier Unterstützung vom Arbeitgeber.“

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die klare Abgrenzung von Arbeit und Freizeit. „Über eine digitale Zeitschranke verfügt nicht ganz jeder fünfte Arbeitnehmer laut unserer Studie“, so BGM-Experte Schwab. „Eine Rolle hierbei spielt vermutlich, dass ein zeitlich fest vorgegebener Feierabend unter Umständen dem Wunsch nach möglichst flexiblen Arbeitszeiten gegenübersteht. In unserer Befragung gab ungefähr ein Viertel der Teilnehmer an, sich eine klare technische Abgrenzung von Arbeit und Freizeit zu wünschen. Bei der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen ist dieser Wunsch mit knapp 30 Prozent etwas stärker ausgeprägt.“ Grundsätzlich gelten aber für Mitarbeiter die in den Unternehmen definierten Zeitbewertungsrahmen natürlich auch für das mobile Arbeiten.

Homeoffice vs. mobiles Arbeiten

Auch wenn sich im alltäglichen Sprachgebrauch der Begriff Homeoffice etabliert hat, handelt es sich dabei in den meisten Fällen jedoch eher um das sogenannte „mobile Arbeiten“. Beim „echten“ Homeoffice schreibt der Gesetzgeber fest,  dass ein Arbeitnehmer, der dauerhaft zumindest einen Teil seiner Arbeitszeit in den eigenen vier Wänden verbringt, dort auch einen festinstallierten Arbeitsplatz hat. Dagegen nutzen beim mobilen Arbeiten die Unternehmen und Mitarbeiter die neuen technischen Möglichkeiten, um bei Bedarf das Büro nach Hause oder an einen anderen Ort zu verlegen. Der Hauptarbeitsplatz bleibt dabei aber das eigentliche Büro in den Räumen des Arbeitgebers.

Checkliste: Wie gesund arbeite ich zuhause?

Die mhplus hat bereits viele Informationen, praktische Tipps und Anregungen für Homeworker und Unternehmen zusammengestellt. So bieten sie beispielsweise Web-Seminare, Online-Vorträge und Live-Cyberkurse an. Auch die neuen Aufgaben der Führungskräfte werden in den digitalen Maßnahmen aufgegriffen.

Als Einstieg in ein Homeoffice-BGM hat die mhplus die folgende Checkliste erstellt, die sowohl bei Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern die Sensibilität für das Thema schärfen soll:

  • Wo befindet sich der Arbeitsplatz? (Tipp: Klare Abgrenzung des Arbeitsplatzes, um Störungen und Ablenkungen zu vermeiden, z.B. durch eine aufstellbare Trennwand)
  • Wie ist der Arbeitstag strukturiert? (Tipp: Feste Arbeits- und Pausenzeiten einhalten)
  • Wie läuft die Kommunikation mit Kollegen und Vorgesetzten? (Tipp: Feste Termine zum Austausch vereinbaren, An- und Abmeldung bei Kollegen als Routine verankern)
  • Wie sehen die Pausen aus? (Tipp: Auch im Homeoffice mal ein paar Minuten rausgehen, bewegte Pausen einbauen, statt Arbeitsweg einen Spaziergang am Morgen oder Sport direkt nach dem Feierabend)
  • Wie sieht die Mittagspause aus? (Tipp: Feste Zeiten einplanen, Mahlzeiten planen und ggf. vorkochen)
  • Ist die Ernährung insgesamt ausgewogen? (Tipp: Möglichkeiten der Zubereitung frischer Nahrungsmittel nutzen, ausreichend Wasser trinken, feste Essenszeiten)
  • Sind Arbeit und Freizeit klar voneinander abgegrenzt? (Tipp: Laptop/PC nach Feierabend abschalten, statt „nebenbei“ noch laufen lassen)

 

Da das Thema Homeoffice für viele Unternehmen neu ist, ist eine Unterstützung durch das Betriebliche Gesundheitsmanagement umso wichtiger, um rechtzeitig gesundheitsförderliche Arbeitsverhältnisse und -weisen zu etablieren. So können gesundheitsschädigende Auswirkungen, vor allem bei Beschäftigten, die langfristig im Homeoffice bleiben, vermieden werden.

 

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Quelle: Presseportal