„Die Verärgerung bei den Betroffenen ist groß, so auch im Bundesgesundheitsministerium (BMG) und beim GKV-Spitzenverband“, so der Spitzenverband der Heilmittelerbringer (SHV.) Trotz langer Vorlaufzeit soll die KBV die Anpassung der Praxisverwaltungssoftware in den Arztpraxen nicht flächendeckend pünktlich zum 1. Oktober 2020 sicherstellen können.

[js] „Um ein Chaos in der Verordnungstätigkeit der Arztpraxen zu verhindern, wird das Inkrafttreten der neu gefassten Heilmittel-Richtlinie (HMR) auf den 01.01.2021 verschoben werden müssen, schreibt der SHV in einer Mitteilung vom 27. August. „KBV und GKV-SV sollen dafür gestern einen Antrag im G-BA gestellt haben, über den voraussichtlich in der nächsten Woche entschieden wird. Kommt der Beschluss zustande, wird der Bundestag auch die bundesweiten Verträge zur Heilmittelversorgung verschieben müssen. Hierfür wäre § 125 SGB V zu ändern. Dies könnte im Rahmen des Versorgungsverbesserungsgesetz geschehen, für das nächste Woche die Referentenanhörungen stattfinden“, so der Spitzenverband weiter.

Mitgliedsverbände „höchst verärgert“

„Auch der SHV und seine Mitgliedsverbände haben auf diese Entwicklung auf Seiten der KBV höchst verärgert reagiert und sofort das Gespräch mit dem BMG und dem GKV-Spitzenverband gesucht“, so der SHV. Denn die Verschiebung darf keine Nachteile für Praxen bringen. Als Problem sieht der Spitzenverband den organisatorischen Mehraufwand in den Heilmittel-Praxen, wenn „die doch deutlichen Erleichterungen durch die neue HMR erst drei Monate später wirken, vor allem aber negative Auswirkungen, wenn die Versorgungsverträge erst mit Wirkung ab dem 1. Januar 2021 abgeschlossen werden können und sich damit auch die Preisvereinbarungen verzögern.“

 

Quelle: SHV. Inkrafttreten der neuen HMR auf den 01. Januar 2021 verschoben. https://pt.rpv.media/1lu; Zugriff am 28.8.2020