Heute starten vier physiotherapeutische Verbände (Physio-Deutschland, IFK, VPT, VDB) gemeinsam in die Vergütungsverhandlungen 2020. Physio-Deutschland spricht von „historischen Verhandlungen“. 

[js] Wirtschaftliche Praxisführung, Bekämpfung des Fachkräftemangels, Abbau von unnötiger Bürokratie und mehr Autonomie in der Berufsausübung – das sind zentrale Forderungen von Physio-Deutschland.

„Was sich hier eher allgemein liest, wird schnell konkret, wenn wir einen Blick auf unsere Argumente werfen“, so der Verband in einer Erklärung vom 3. August. Am 30. Juli hatte Prof. Dr. Neubauer vom Institut für Gesundheitsökonomik (IfG) die Wirtschaftlichkeitsanalyse ambulanter Therapiepraxen (WAT-Gutachten) in einer Onlinepressekonferenz vorgestellt.

Preise hätten um 63 Prozent erhöht werden müssen

Die Ergebnisse des Gutachtens sprechen eine deutliche Sprache: Die Preise für die physiotherapeutischen Positionen hätten bis heute um 63 Prozent erhöht werden müssen, damit die Praxisinhaber und deren Mitarbeiter so vergütet werden, dass die Ausübung des Berufes wieder attraktiv wird.

„Wir sind darauf vorbereitet, dass die Kostenträger viele Aspekte anders bewerten werden, aber an den Fakten des Gutachtens kommen sie nicht vorbei“, untermauert Andrea Rädlein den Handlungsdruck auf Seiten der Kassen.

Zeitplan für die Verhandlungen

Die gesamten Verhandlungen sollen laut Gesetzgeber bis Ende September 2020 abgeschlossen sein, damit der neue Vertrag am 1. Oktober 2020 in Kraft treten kann. Ob das gelingt oder ob die Verhandlungen zu zentralen Fragen wie der Vergütung scheitern, hängt auch von der Haltung der Kostenträger ab.

 

Quellen:

  1. Physio-Deutschland. 2020. Bundesweite Vergütungsverhandlungen starten – ein Blick zurück und nach vorne! https://pt.rpv.media/1g4; Zugriff am 5.8.2020
  2. Kurzzusammenfassung WAT-Gutachten. https://pt.rpv.media/wat; Zugriff am 5.8.2020