Worauf müssen physiotherapeutische Praxen aktuell achten? Wie schützen sie ihre Beschäftigten möglichst gut vor der Infektionsgefahr durch das Coronavirus? Die BGW hat den Arbeitsschutzstandard am 20. Juli erneut aktualisiert, meldet der Verband Physikalische Therapie (VPT).

Arbeiten in der Pandemie – Risikoreduzierung in der physiotherapeutischen Praxis und medizinischen Massagepraxis

[js] Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat einen Branchenstandard für physiotherapeutische Praxen und medizinische Massagepraxen entwickelt. Dieser Standard basiert auf dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Er konkretisiert und ergänzt die Arbeitsschutzmaßnahmen.

Ziel von Infektionsschutzmaßnahmen ist es, Infektionsketten zu unterbrechen sowie eine flache Infektionskurve zu erreichen, um die Bevölkerung zu schützen und die Gesundheit von Beschäftigten zu sichern. Die höchste Infektiosität besteht einige Tage vor Krankheitsausbruch. Viele infizierte Personen entwickeln nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 überhaupt keine Krankheitssymptome, können aber dennoch die Krankheitserreger übertragen. SARS-CoV-2 wird hauptsächlich über luftgetragene Tröpfchen (Aerosole) übertragen, wahrscheinlich auch über Kontaktflächen. Tröpfchen entstehen beim Sprechen, Husten und Niesen. Um diese Übertragung zu verhindern, sind technische, organisatorische und personenbezogene Schutzmaßnahmen zu beachten.

Es gelten folgende aktualisierten Grundsätze, die aufgrund des direkten Kontakts und somit erhöhtem Infektionsrisiko zwischen den Beschäftigten und den Patientinnen und Patienten nötig sind:

  • Wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen nicht eingehalten werden kann, müssen sie in den Praxisräumen Mund-Nasen-Bedeckungen tragen.
  • Bei therapeutischen Tätigkeiten im Kopf- bzw. Ausatembereich wird empfohlen, dass Beschäftigte eine Atemschutzmaske (mindestens FFP2-Maske) tragen, ergänzt von einer Schutzbrille oder einem Gesichtsschild.
  • Wenn die Patientin oder der Patient keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, müssen Beschäftigte immer mindestens FFP2-Masken tragen, plus Schutzbrille oder Gesichtsschild. Zum Schutz der Patientinnen und Patienten dürfen Atemschutzmasken kein Ausatemventil enthalten.
  • Alle Arbeitsmittel sind möglichst personenbezogen zu verwenden sowie bei gemeinsamer Nutzung nach aktuellem Hygieneplan zu reinigen, zu desinfizieren oder anderweitig hygienisch aufzubereiten, zum Beispiel Kugelschreiber, Telefon, Tastatur etc.
  • Ebenfalls sind Oberflächen, mit denen Beschäftigte oder Patientinnen und Patienten in Berührung gekommen sind, zu reinigen, wie im aktuellem Hygieneplan vorgesehen.
  • Die Arbeitskleidung ist nach aktuellem Hygieneplan regelmäßig zu reinigen.

Zum kompletten aktualisierten Arbeitsschutzstandard: https://pt.rpv.media/1dy

 

Quellen:

VPT. 2020. Arbeitsschutzstandard für physiotherapeutische Praxen und medizinische Massagepraxen aktualisiert. https://pt.rpv.media/zn; Zugriff am 22.7.2020
BGW. 2020. SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für physiotherapeutische Praxen und medizinische Massagepraxen (aktualisiert: 20.7.2020). https://pt.rpv.media/1dy; Zugriff am 22.7.2020