Im Rahmen einer physiotherapeutischen Behandlung, die den Mindestabstand unterschreitet, müssen sowohl Behandler als auch Patienten einen Mundschutz tragen, so Physio-Deutschland. Diese Interpretation der Arbeitsschutzvorgaben aus dem Bundesarbeitsministerium ist umstritten.

[js] Am 16. April 2020 hat der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil umfassende Informationen rund um den Arbeitsschutz während der Corona-Krise veröffentlicht. Diese Angaben sind auch für Physiotherapeuten von Bedeutung, schreibt Physio-Deutschland in einer Mitteilung vom 17. April.

„In einem sechsseitigen Papier bildet der Arbeitsminister zahlreiche Szenarien zum Arbeitsschutz an den verschiedensten Betriebsstätten ab. Die Kernpunkte aus den Arbeitsschutzstandards des Ministeriums decken sich mit den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und damit auch mit unseren Empfehlungen zum Patienten- und Hygienemanagement in den Physiotherapiepraxen. Neben der Bereitstellung von Desinfektionsmittel, der Abstandsregelung, der Aufforderung möglichst gut zu lüften, beschreibt das Papier auch das Tragen von Mund-Nasen-Schutz beziehungsweise persönlicher Schutzausrüstung (PSA)“, so der Verband.

Mindestabstand unterschritten, dann Mund-Nasen-Schutz tragen

„Für das Tragen von Mund-Nasen-Schutz gibt eine klare Regelung: „Unabhängig vom Betrieblichen Maßnahmenkonzept sollen in Zweifelsfällen, bei denen der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, Mund-Nasen-Bedeckungen zur Verfügung gestellt und getragen werden. Im Rahmen einer physiotherapeutischen Behandlung, die den Mindestabstand unterschreitet, müssen sowohl Behandler als auch Patienten einen Mundschutz tragen“, so weit die Interpretation von Physio-Deutschland.

Muss der Praxisinhaber für seine Patienten nun auch Mund-Nasen-Schutz vorhalten? „Im Prinzip ja! Wenn wir uns allerdings auf die dringende Empfehlung der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten der Bundesländer von Mittwoch letzter Woche beziehen, sollten die meisten Patienten bereits mit einem Mundschutz in der Praxis zu ihrem Termin eintreffen“, so der Verband weiter.

Das Thema Mundschutz bereits bei der Terminabsprache ansprechen

„Wir empfehlen den Praxisinhabern, das Thema Mund-Nasen-Schutz am besten direkt mit dem Patienten bei der telefonischen Terminabsprache anzusprechen und den Patienten zu bitten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen oder aber einen zum Termin mitzubringen“, erklärt Ursula Cüppers-Böhle, Geschäftsführerin von Physio-Deutschland.

Hat der Patient keinen zum Termin dabei und der Mindestabstand von 1,5 Meter wird während der Behandlung unterschritten, muss der Praxisinhaber einen einfachen Mund-Nasen-Schutz zur Verfügung stellen.

 

Quelle: Physio-Deutschland. 2020. Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlicht einheitliche Vorgaben zum Arbeitsschutz gegen das Corona-Virus. https://pt.rpv.media/ob; Zugriff am 20.4.2020

 

Sie finden tägliche Updates zur Coronakrise auf www.physiotherapeuten.de und auf unserer Facebookseite.