Aufgrund der aktuellen Situation haben sich der IFK und weitere Verbände mit dem GKV-Spitzenverband auf Ausnahmeregelungen für Behandlungsbeginn und Behandlungsunterbrechungen geeinigt.

[js] „Die Bundesverbände der Gesetzlichen Krankenkassen haben ihren Kassen empfohlen, ab sofort nicht mehr die Fristen bei Behandlungsbeginn oder Behandlungsunterbrechung auf allen ärztlichen und zahnärztlichen Verordnungen zu prüfen“, teilt der Bundesverband selbständiger Physiotherapeuten (IFK) in einer Mitteilung vom 16. März mit. Dies gilt für alle ärztlichen und zahnärztlichen Verordnungen, nicht aber bei Verordnungen des Entlassmanagement.

Gilt für Verordnungen, die nach dem 18. Februar ausgestellt wurden

„Beim Behandlungsbeginn werden daher alle Verordnungen, die nach dem 18. Februar 2020 ausgestellt wurden, nicht mehr auf diese Punkte geprüft. Bei der Behandlungsunterbrechung sind das alle Verordnungen, bei denen der letzte Behandlungstag vor der Unterbrechung nach dem 17. Februar 2020 liegt. Die bestehenden Fristen von 14 Kalendertagen sind damit faktisch ausgesetzt“, so der Verband weiter. Diese Regelung gilt zunächst für alle Behandlungen, die bis einschließlich den 30. April 2020 durchgeführt werden.

Krankenkassen rechnen mit Verzögerungen

Die Krankenkassen weisen darauf hin, dass es aufgrund des Coronavirus auch bei ihnen in der operativen Bearbeitung in der Abrechnung gegebenenfalls zu Verzögerungen kommen kann. Grundsätzlich gilt die gesetzliche Regelung des § 286 Abs. 4 BGB, nach der die Krankenkassen nicht in Verzug kommen, solange sich die Zahlung infolge eines Umstandes verzögert, den sie nicht zu vertreten haben. Dies kann zum Beispiel durch vermehrte Erkrankungen mit Corona der Fall sein.

DGUV will Begründung

Die Deutsche Gesetzliche Krankenversicherung (DGUV) empfiehlt den Unfallkassen ebenfalls, die Fristen bezüglich Unterbrechung und Angaben zur Anzahl pro Woche nicht mehr zu beanstanden. Dies gilt allerdings bei der DGUV nicht rückwirkend, sondern für alle Verordnungen, die ab sofort in der Praxis eintreffen. Außerdem sollte auf der DGUV-Verordnung eine kurze Begründung für die Abweichung von der vertraglichen Norm wegen Corona notiert werden.

 

Quelle: IFK. 2020. Coronavirus: Fristen werden bis Ende April ausgesetzt. https://pt.rpv.media/cd; Zugriff am 16.3.2020

 

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