[tb] Kürzlich stellte die AOK den aktuellen Fehlzeitenreport vor. Erleben Beschäftigte ihre Arbeit als sinnstiftend, so wirkt sich das positiv auf ihre Gesundheit aus: Sie fehlen seltener am Arbeitsplatz, haben deutlich weniger arbeitsbedingte gesundheitliche Beschwerden und halten sich im Krankheitsfall häufiger an die ärztlich verordnete Krankschreibung. Mehr als 2.000 Erwerbstätige nahmen an der Befragung teil, ausgewertet wurden die Ergebnisse vom Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO). Für Diskussionen sorgte das Thema Homeoffice.

Zu den Ergebnissen des neusten AOK-Fehlzeitenreports erklären Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für Arbeitnehmerrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik und Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Gesundheitspolitik von Bündnis 90 / Die Grünen in einer Pressemitteilung: „Homeoffice braucht klare Regeln zum Schutz der Beschäftigten vor psychischen Belastungen. Dabei gilt der Arbeitsschutz auch bei mobilem Arbeiten. Es darf nicht dazu führen, dass die Arbeitszeit sich immer weiter entgrenzt. Arbeitsbedingungen müssen deshalb so gestaltet sein, dass sie der Gesundheit nicht schaden. […] Die Studie der AOK weist auch auf die Vorzüge vom Homeoffice hin: Beschäftigte können sich die Arbeit freier einteilen, vielen gelingt es besser, Arbeit und Privatleben miteinander zu vereinbaren. Allerdings verschwimmen auch schnell die Grenzen zwischen Job und Privatleben. Notwendig sind also Regeln und Schutz, damit die Vorteile von Homeoffice überwiegen. Dabei ist insbesondere die Arbeitszeit bei der mobilen Arbeit von großer Bedeutung. Das Arbeitszeitgesetz gilt auch für das Homeoffice. Hier muss die Bundesregierung schnellstmöglich für Klarheit sorgen und das EuGH-Urteil zur Dokumentation von Arbeitszeiten zügig umsetzen. Die Arbeit im Homeoffice muss gleichzeitig freiwillig sein und alternierend zur Büroarbeit. So geht der Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen nicht verloren und es entstehen keine Nachteile zum Beispiel bei Fort- und Weiterbildungen. Außerdem muss ein Rückkehrrecht zum Arbeitsplatz bestehen, wenn für die Beschäftigen bei Homeoffice die Belastungen überwiegen […].“

Weitere Stimmen zum Report und zu den Vor- und Nachteilen von Homeoffice gibt es unter anderem bei RP Online und beim WDR.