In den letzten Jahren haben Rechnungsbeanstandungen seitens der Kostenträger erheblich zugenommen. Das betrifft alle Bereiche des Gesundheitswesens – zunehmend auch den der Physiotherapie. Jeder Physiotherapeut kennt es: Der Patient wurde behandelt, die Rechnung erstellt und versandt, aber der Zahlungseingang auf dem Konto lässt auf sich warten. Anstelle einer Gutschrift auf dem Konto kommt ein Anruf oder eine E-Mail des Patienten mit dem Hinweis, die Rechnung sei „falsch“ oder „zu hoch“ und werde daher nicht von seiner PKV erstattet. Was ist jetzt zu tun und was kann im Vorfeld getan werden, damit es möglichst erst gar nicht dazu kommt?

Ausgangslage. Gerade weil Erstattungsprobleme alltäglich sind, sollten sie dem Patienten gegenüber auch aktiv und möglichst selbstbewusst frühzeitig angesprochen werden. Ist die Kürzung erst einmal erfolgt, wird es erfahrungsgemäß schwieriger. Wenn ich als Patient weiß, was mich erwartet, trifft mich die Reaktion meiner Versicherung deutlich weniger heftig. Dabei gilt es, im Hinterkopf zu behalten: Der Patient befindet sich in der Sandwichposition zwischen Praxis und Krankenkasse. Er kann in der Regel nicht beurteilen, ob etwas „zu teuer“, ortsüblich oder angemessen ist. Er verlässt sich zunächst einmal darauf, dass die Rechnungsbeanstandung seiner PKV auch richtig ist. Gerade weil der Patient zwischen den Stühlen sitzt, ist es besonders wichtig, ihn bereits zu Beginn der Behandlung, möglichst schriftlich, auf die zu erwartenden Erstattungsprobleme mit den Kostenträgern hinzuweisen. Das sollte unbedingt vor der Behandlung passieren – denn zu diesem Zeitpunkt besteht noch die Chance, bei dem Patienten auf Verständnis zu stoßen. Ein schriftlicher Behandlungsvertrag sollte diesen Hinweis am besten enthalten. Dazu kommt, dass der Patient dann nicht von der Reaktion seiner PKV überrascht wird und dann damit besser umgehen kann. Wer seinen Patienten auf die zu erwartenden Erstattungsprobleme hinweist, zeigt damit souverän, dass bekannt ist, wie die Kostenträger oftmals reagieren.