Ein Physiotherapeut kann als Praxisinhaber nebeneinander eine gewerbliche und – als selbstständig Behandelnder – eine freiberufliche Tätigkeit ausüben, wenn eine Trennung zum Beispiel nach den einzelnen behandelten Patienten ohne besondere Schwierigkeiten möglich ist oder der Umfang der Tätigkeit anhand bekannter Daten geschätzt werden kann. Welche steuerlichen Auswirkungen dies haben kann, zeigt das Beispiel einer Kollegin aus der Praxis.

Kurzfassung einer Klage. Die Klägerin betrieb seit 2001 eine eigene Praxis. Sie beschäftigte in den Streitjahren 2007 bis 2009 jeweils vier bis fünf fest angestellte Mitarbeiter, die jeweils 20 bis 30 Wochenstunden tätig waren. Im Jahr 2007 kam es in der Praxis zu einer erheblichen Auftragszunahme durch neue Patienten, welche die Klägerin mit ihren bis dato angestellten Mitarbeitern alleine nicht bewältigen konnte. Deshalb musste sie zusätzlich jeweils drei bis vier Honorarkräfte beschäftigen. Die Physiotherapiepraxis verfügte in den Streitjahren über vier zugelassene Behandlungsräume, wovon ein Raum ausschließlich von der Klägerin genutzt wurde.