Respektvolles Verhalten, moralische Werte oder der freundliche Umgang miteinander – das alles sind Aspekte, die in keinem regulären Arbeitsvertrag festgehalten werden. Solche Wünsche und Ansprüche sind Teil des sogenannten „psychologischen Vertrags“. Für Arbeitgeber ist dieser psychologische Aspekt sehr wichtig, denn er bindet den Arbeitnehmer an das Unternehmen.

Der psychologische Arbeitsvertrag. Wäre der gängige oder auch transaktionale Arbeitsvertrag die einzige Basis für erfolgreiche Bindung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, wären viele Jobwechsel nicht erklärbar (1). Ein solcher Vertrag lässt kaum Spielraum in Bezug auf individuell definierte Erwartungen an die Arbeit. Dabei beeinflussen immer auch persönliche, unausgesprochene Ansprüche und Hoffnungen diesen Bereich – zum Beispiel in Bezug auf Wertschätzung, Vertrauen, Autonomie, Entwicklungsmöglichkeiten und Sinn der Beschäftigung. Die Frage ist: Wird im sozialen System der Arbeit die Einhaltung des zweiten, eher informell und stillschweigend wirkenden „psychologischen Vertrags“ gewährleistet?