Seit 1. Januar 2020 kann bei einem Lipödem grundsätzlich manuelle Lymphdrainage verordnet werden. Diese ist mit der Änderung der Heilmittel-Richtlinie nicht mehr an das Vorliegen eines Lymphödems gebunden.

[js] Diese Änderung ist Teil der im September 2019 vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossenen Neufassung der Heilmittel-Richtlinie. Die Mehrheit der Änderungen wird allerdings erst zum 1. Oktober 2020 wirksam, weil aktuell die Verordnungssoftware für Ärzte angepasst wird.

Keine Relevanz für die Wirtschaftlichkeitsprüfung

„Für viele Betroffene mit Lipödem ist das vorgezogene Inkrafttreten der neuen Verordnungsmöglichkeit eine echte Verbesserung der Versorgungssituation“, so Physio-Deutschland. Und zwar in doppelter Hinsicht. Zum einen erhalten sie nun manuelle Lymphdrainage auch ohne bestehendes Lymphödem, zum anderen haben die verordnenden Ärzten keinen wirtschaftlichen Druck mehr dadurch. Denn: Diagnosen, für die ein „besonderer Versorgungsbedarf“ durch den G-BA festgelegt ist, werden bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung des Arztes nicht berücksichtigt.

 

Quelle: Physio-Deutschland. 2020. Besonderer Versorgungsbedarf: Lipödem als neue Diagnose aufgenommen.  https://www.physio-deutschland.de/fachkreise/news-bundesweit/einzelansicht/artikel/besonderer-versorgungsbedarf-lipoedem-als-neue-diagnose-aufgenommen.html; Zugriff am 7. Januar 2020